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Pflegebranche: Eine Reform jagt die nächste


 

Haben Sie bei den vielen neuen Ideen, Reformen und Vorhaben aus Berlin noch den Überblick? Die Nachrichten aus dem Gesundheitsministerium reißen nicht ab – besonders im Bereich Pflege. Kaum war der Vorschlag satter Prämien für Wiedereinsteiger verhallt (wir berichteten), stellte unser Gesundheitsminister auch schon die Eckpunkte des Sofortprogramms Pflege vor, darunter 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege. Dann einigte sich die GroKo auf eine Reform der Pflegeausbildung. Und in der vergangenen Woche hieß es schließlich: Die Pflegebeiträge sollen steigen. Donnerwetter!

 

Für alle Luftschnapper und Wissenshungrige hat Promedis24 Ihnen hier eine kleine Übersicht zu den wichtigsten Neuigkeiten zusammengestellt.

Eckpunkte Sofortprogramm: 13.000 neue Stellen

Für das Sofortprogramm Pflege will Gesundheitsminister Jens Spahn etwa eine Milliarde Euro pro Jahr in die Hände nehmen. Die 13.000 zusätzlichen Stellen in der Altenpflege, die davon wohl den Löwenanteil verschlingen dürften, sollen dazu beitragen, den allgegenwärtigen Personalnotstand in der Pflegebranche zu lindern, wo 35.000 Stellen offen sind. Bei bundesweit 13.000 Altenpflege-Einrichtungen ist das durchschnittlich eine zusätzliche Stelle pro Haus. Wie sich die zusätzlichen Stellen jedoch genau aufteilen, hängt von der Größe der jeweiligen Einrichtung ab und kann zwischen einer halben und zwei Stellen schwanken.

 

Im Bereich Krankenpflege ist geplant, dass die Krankenkassen künftig mehr Kosten übernehmen sollen – beispielsweise sollen sie die Vergütungen von Auszubildenden im ersten Jahr voll statt anteilig bezahlen. Um die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern, soll Geld fließen für digitale Lösungen, für betriebliche Gesundheitsförderung oder auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Reform Pflegeausbildung: Zwei Jahre gemeinsam lernen

Vergangene Woche beschloss das Bundeskabinett, dass die Auszubildenden in den Pflegeberufen ab 2020 für zwei Jahre gemeinsam lernen sollen. Danach sei es möglich, sich zu spezialisieren. Aktuell gibt es noch drei verschiedene Ausbildungen. Die Reform sieht ein Schulgeld in diesem Bereich künftig nicht mehr vor. Spahn möchte durch die Reform die Attraktivität der Ausbildung steigern. Die Ansprüche an Pflegekräfte sollen allerdings weniger stark steigen als zunächst geplant. Dafür soll es künftig ein Pflegestudium geben.

Beitragserhöhung um 0,3 Prozent – unterm Strich Entlastung

Ebenfalls in der vergangenen Woche schlug Gesundheitsminister Spahn vor, die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozent zu erhöhen. Zum Ausgleich sollen nach seinen Vorstellungen die Beiträge in anderen Zweigen der Sozialversicherung gekürzt werden – etwa bei der Arbeitslosenversicherung. Im Idealfall solle sich unterm Strich eine Entlastung für die Beitragszahler ergeben. Aktuell liegen die Sätze für die Pflegeversicherung bei 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent für Kinderlose. Hintergrund: In der Pflegekasse wird zum Jahresende mit einem über allen Erwartungen liegenden Minus von rund drei Milliarden Euro gerechnet.